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Der 23-Jährige hat bei Basketball-Landesligist SG Hilkerode/Birkungen bereits eine wichtige Rolle inne

Eichsfeld. In den vergangenen Monaten konnte Jonas Dietrich mehr Zeit als gewöhnlich im heimischen Duderstadt verbringen. Wegen Corona finden die Vorlesungen und Seminare des 23-Jährigen, der Sport und Englisch auf Lehramt im ostwestfälischen Paderborn studiert, bereits seit rund einem Jahr nur virtuell statt. Das trifft allerdings auch auf das Training seines Basketballteams, Landesligist SG Hilkerode/Birkungen, zu.

Für die spielt Dietrich bereits seit Ende 2014 - und hat trotz seiner jungen Jahre schon eine wichtige Rolle inne, die über die des Spielers auf dem Court hinausgeht. Der Student aus dem Untereichsfeld leitet derzeit gemeinsam mit Fabian Körner und Niklas Rusalo nicht nur die dreimal wöchentlich stattfindenden Online-Trainingseinheiten, sondern vertritt in normalen Zeiten auch den etatmäßigen Trainer Johannes Ballhausen an den Spieltagen, wenn dieser mal verhindert ist.

Option Spielertrainer klingt interessant

Verantwortung zu übernehmen, auch mal klare Ansagen zu machen und das Team auf Kurs zu halten, macht Dietrich Spaß. Kein Wunder, dass die Option "Spielertrainer" für den angehenden Lehrer mehr als interessant klingt. "Das könnte ich mir gut vorstellen", betont der 1,97 Meter-Mann.

Ein Meniskusriss samt anschließender Operation setzte Dietrich, der als Kind zunächst Fußball und Handball spielte, eher er in der 9. Klasse durch eine Schul-AG beim Basketball landete, vor eineinhalb Jahren längerfristig außer Gefecht. Kleinere Blessuren folgten. "Ich habe nur noch angeschlagen gespielt", berichtet der Student, der in der Jugend beim ASC Göttingen spielte und dort dank "phantastischer Trainer" eine fundierte Ausbildung genoss, die seinen heutigen Teamkollegen heute zu Gute kommt. 

"Er ist eine sehr große Hilfe", freut sich Haupttrainer Ballhausen, der das Engagement Dietrichs, der im März 24 Jahre jung wird, begrüßt. Das Wissen, eine kompetente Vertretung in petto zu haben, die ihn wenn nötig im Übungs-und Spielbetrieb problemlos vertreten kann, sorgt für Sicherheit. 

Jugendteam bereits zur Meisterschaft geführt

Das Duo betreute vor einigen Jahren bereits gemeinsam die damalige U18 der SG, führte diese zur Meisterschaft. Dass Dietrich mittelfristig als Trainer die Verantwortung für die Herrenmannschaft übernehmen könnte, ist mehr als nur ein vager Gedanke und hätte auch hinsichtlich der langfristigen Perspektiven Zukunft: So könnte sich Ballhausen verstärkt um den Nachwuchs kümmern und diesen noch gezielter an den Herrenbereich heranführen, zumal der Zulauf erfreulicherweise gegeben ist. "Vielleicht können wir irgendwann eine zweite Herrenmannschaft und eine Jugendmannschaft melden", hofft Dietrich.

Dass der routinierte Ballhausen sich gänzlich zurückziehe, sei aber nicht vorstellbar betont Dietrich: "Basketball ohne ihn ist bei der SG Hilkerode/Birkungen nicht denkbar."

Kein Gedanke daran, den Verein zu verlassen

Auch wenn die Pendelei in normalen Zeiten an manchen Tagen "schon ein bisschen nerven kann" - daran, die SG zu verlassen, um sich in Paderborn einem Verein anzuschließen, hat Dietrich nie gedacht. "Dazu macht es mir mit den Jungs zu viel Spaß. Diesen Zusammenhalt möchte ich nicht missen. Wir haben eine sehr gute Mischung innerhalb der Mannschaft. Zuletzt sind viele junge Spieler hinzugekommen."

Sein Wissen gerade an diese weiterzugeben, erfüllt Dietrich, der in seiner Freizeit auch gerne mal kocht oder zur Gitarre greift. Dabei scheut sich der 23-Jährige, der auf dem Platz meistens auf dem Flügel zum Einsatz kommt, auch nicht davor, mal deutlichere und lautere Ansagen zu machen - auch an ältere SG-Akteure wie Norbert Niedzwiecki oder Gregor Fiedler: "Aber das nimmt keiner persönlich. Wir respektieren uns alle gegenseitig."